Stuttgarter Kanalinformationssystem - vom InformationssystemDas Kanalinformationssystem (KIS) ist mehr als das zentrale Informationssystem der SES. Es dient zugleich als Datendrehscheibe und Managementsystem für viele unternehmenskritische Prozesse. Raumbezogene Informationen gewinnen in allen Bereichen des Unternehmens eine zunehmende Bedeutung. Zu nennen sind hier die klassischen Aufgaben der digitalen Bestandsführung des Kanalnetzes bis hin zu Aufgaben aus der Selbstüberwachungsverordnung oder auch thematischer Aufbereitungen von Sachverhalten als Grundlage strategischer Entscheidungen. Das Kanalmanagementsystem novaKANDIS von CADMAP mit dem geografischen Informationssystem ArcGIS® von ESRI bietet die optimale Basis für eine solche unternehmensweite Lösung.
Der Einführung von novaKANDIS als Basis vom KIS ging eine Ausschreibung der Software mit Datenmigration vom Vorgängersystem (IBM GTIS) voraus. Bereits in der Ausschreibung wurden die Ziele der Einführung des neuen Systems sehr prägnant beschrieben: „Voraussetzung für ein effektives und wirtschaftliches Handeln der SES in allen Abteilungen ist die Bereitstellung fundierter Informationen über die abwassertechnischen Anlagen. Durch die Informationspflicht gegenüber Dritten, die Dokumentation der Kosten und die Erfüllung der Eigenkontrollverordnung, wird der Dokumentationszwang verstärkt. Der Raumbezug der Anlagen macht den Einsatz eines Geoinformations-Systems (GIS) zu einem geeigneten Instrument, um den gestellten Anforderungen gerecht zu werden."
Nach sorgfältiger Auswertung der Ausschreibungsergebnisse wurde der Zuschlag für die Einführung der zukunftsorientierten Standardsoftware novaKANDIS unter ArcGIS und die Migration der Daten erteilt. Diese Kombination bündelt die jahrzehntelange Erfahrung der KANDIS-Produktfamilie mit moderner serverorientierter GIS-Technologie. Nach einer Projektplanungsphase wurden 2006 in der Konzeptphase nicht nur Migrationsvorschriften erarbeitet sondern auch unternehmensweit Prozesse in Betracht gezogen, die inzwischen durch novaKANDIS unterstützt werden. Hierbei wurde viel Wert auf eine zukunftssichere Nutzung der Standardsoftware mit workfloworientierten Optimierungen der Prozesse der SES gelegt.
Die Einführung des Systems und der neuen Softwaretechnologie war nicht nur aus EDV-technischer Sicht sondern für alle Mitarbeiter eine große Herausforderung. In intensiven Schulungsmaßnahmen und Einführungsprojekten wurden die bestehenden Softwarelandschaften sukzessive auf novaKANDIS umgestellt und die Prozesse entsprechend stufenweise unterstützt. Hierbei war die vertrauensvolle und zielgerichtete Zusammenarbeit der SES, der Dienststelle IuK des Tiefbauamtes und der Systemhersteller Garant für den Projekterfolg. Ebenso konnte durch die vorliegende Fachkompetenz beim Auftraggeber die Softwareentwicklung von novaKANDIS aktiv mitgestaltet bzw. vorangetrieben werden.
Grundlage für alle Prozessschritte war eine lückenlose, sichere und vollständige Migration der wertvollen Daten, verbunden mit einer Aufwertung durch den Aufbau topologischer Strukturen eines modernen Kanalmanagementsystems.
Bestehende Softwarestrukturen wie das Auskunftssystems SIAS waren homogen in die neue Infrastruktur zu integrieren. So wurden Kopplungskomponenten realisiert, die eine sichere, schnelle und aktuelle Informationsgrundlage für alle Nutzer der SES sicherstellen. Ergänzt wurde die Infrastruktur durch die Bereitstellung von Serverdiensten, die in die Auskunftskomponenten integriert wurden. Zu nennen ist hier zum Beispiel novaKANDIS@, das aufbauend auf den ArcGIS Serverstrukturen, die Schacht- und Haltungsberichte mit Informationen zu TV-Inspektionen als Dienst in den Auskunftssystemen SIAS und GEOLINE, sowie im Betriebsführungssystem der Kanalbetriebs bereitstellt.
Aus kaufmännischer Sicht war die Realisierung der SAP-FI Schnittstelle auf der Grundlage von Standardkomponenten des novaKANDIS ein wichtiger Schritt in eine effiziente und transparente Kopplung der kaufmännischen und technischen Sicht auf das Vermögen der SES. Fortführungen in der Bestandsführung werden der Finanzbuchhaltung nun automatisiert als Fortführungssätze zur Verfügung gestellt, so dass aufwändige Abgleicharbeiten und Aufbereitungen der Fortführung entfallen.
In der Folgezeit wurde auch der Prozess der TV-Inspektionen des Kanalnetznetzes in einem geschlossenen Datenkreislauf zwischen Kanalmanagementsystem und Untersuchungsfahrzeug optimiert. Die Wahl fiel dabei auf die in langjähriger Zusammenarbeit entwickelte Kopplung zwischen dem Produkt DIBA-Kanal der Firma RST, Essen und novaKANDIS. Der geschlossene Datenkreislauf bietet hierbei höchste Effizienz und Sicherheit beim Datenaustausch und minimiert den Nachbearbeitungsaufwand der Untersuchungsdaten im Kanalmanagementsystem.
Als Serviceleistung für das SES-Zentrallabor werden sowohl die Indirekteinleiter im Stadtgebiet als auch die angrenzender Kommunen verwaltet. In der Anwendung wird zum Beispiel auch die Erstellung von Anschreiben an die Betreiber unterstützt. Zudem bieten die Präsentationsvarianten vielfältige Möglichkeiten zur thematischen Aufbereitung raumbezogener Informationen wie z.B. der Bedeutung der Einleiter oder der Abwasserstruktur.
Weitere Themen kommen unaufhaltsam auf das KIS zu:
Die Aufnahme von Anschlusskanälen ins KIS, die detaillierte Erfassung von Sonderbauwerksdaten, die Umstellung auf ein globales Koordinatennetz (UTM) und auch weiterhin die Lösung der Schnittstellenproblematiken intern und extern.
Auf Basis novaKANDIS und ArcGIS entwickelte sich das KIS zu einem zentralen Service für Prozesse mit Raumbezug. Die Investition in zukunftorientierte Technologien mit positiver Motivation der Mitarbeiter führen zu einem unternehmensweiten Nutzen raumbezogener Daten zugunsten strategischer Entscheidungen und zu mehr Sicherheit in unternehmenskritischen Prozessen.